Banana Pi – Installation und erste Schritte

Als erstes muss der Banana Pi natürlich sein Betriebssystem bekommen.

Da der Banana Pi als Server dienen soll, habe ich mich da für für die Distribution Bananian entschieden. Eine absolute Lightweight-Distribution auf der Basis von Debian Wheezy, die auf geringen Ressourcenverbrauch, Sicherheit und Geschwindigkeit ausgelegt ist. Keine Graphische Oberfläche, kein Schnickschnack, nur das pure Betriebssystem. Perfekt für einen Server!

Also das Image hier runter laden: Download Bananian und auf eine SD-Karte installieren. Wie das geht, steht auch gleich auf der Seite: Bananian installieren.

Danach die SD-Karte in den Banana Pi stecken, Netzwerkkabel rein und Strom anschließen.

Achtung! Der Banana Pi hat 2 Micro-USB Anschlüsse. Strom kommt an den MicroUSB-Port, der zwischen dem SATA-Stromanschluss und dem SATA-Anschluss liegt. Wenn der Strom an den anderen MicroUSB-Port angeschlossen wird, startet der Rechner mit der neuen Bananian-Version nicht.

Das booten des Rechners dauert je nach eingesetzter SD-Karte rund 6 Sekunden. Das der Rechner hochgefahren ist, erkennt man am herzschlagförmigen Blinken der grünen LED.
Nun wird es Zeit, sich einzuloggen. Beim ersten Start bekommt der Rechner vom Router per DHCP eine IP-Adresse zugewiesen. Wenn man, wie ich, kein HDMI-fähigen Monitor und den Banana Pi dort angeschlossen hat, muss man jetzt erstmal rausfinden, welche IP-Adresse das ist. Dazu loggt man sich über seinen Browser auf seinem Router ein und schaut dort in der DHCP-Tabelle nach, welche IP-Adresse er dem Rechner „bananapi“ zugewiesen hat.

Über diese IP-Adresse loggt man sich jetzt auf seinem Banana Pi ein.

Dazu eine Shell öffnen ( Windows-Nutzer müssen dazu das Programm Putty installieren ) und sich mit dem Befehl

ssh IP-ADRESSE -l root

an der Banane anmelden. Das Passwort beim ersten Login für den Nutzer root ist „pi“.

Um jetzt die Installation abzuschließen und das Layout des Rechners anzupassen, gibt man den Befehl

bananian-config

ein. Dadurch wird ein Script ausgeführt, wo man die folgenden Einstellungen anpassen kann

  1. das Keyboard-Layout ( das hat bei mir nicht funktioniert )
  2. das root-Passwort
  3. die Zeitzone ( für Nutzer unserer Breitengrade ist das Europe/Berlin )
  4. den Zeichensatz ( umstellen auf de_DE.UTF-8 )
  5. den Hostnamen
  6. die Video-Beschleunigung – per Default ist diese deaktiviert. Wenn man den Banana Pi als Server ohne angeschlossenen Monitor betreiben möchte, kann man diese deaktiviert lassen. Dadurch braucht das Betriebssystem nur rund 25 MB Arbeitsspeicher.
  7. den USB OTG Status
  8. die Größe des root-Datei-Systems – dies sollte auf die Größe der SD-Karte expandiert werden

Damit ist die Installation abgeschlossen. Bevor der Rechner jetzt aber neu gestartet wird, verpassen wir ihm noch eine statische IP – so müssen wir ihn nach dem Neustart nicht neu suchen.

Diese Einstellung wird in der Datei /etc/network/interfaces vorgenommen und ist schon soweit vorbereitet.
Man muss nur die Zeile „iface eth0 inet dhcp“ auskommentieren und die Kommentarzeichen vor „iface eth0 inet static“ und den folgenden Zeilen entfernen. Danach sollte die Datei etwa wie folgt aussehen:

root@bananaserv ~ # nano /etc/network/interfaces

# interfaces(5) file used by ifup(8) and ifdown(8)
auto lo
iface lo inet loopback

auto eth0

# dhcp configuration
# iface eth0 inet dhcp

# static ip configuration
iface eth0 inet static
        address 192.168.70.100
        netmask 255.255.255.0
        gateway 192.168.70.1

Die IP-Adressen bei „address“ und „gateway“ müssen natürlich an die eigenen Einstellungen angepasst werden.

Datei speichern und fertig. Nach dem Neustart kann man sich dann unter der neuen Adresse mit dem neuen Passwort anmelden

9 Gedanken zu “Banana Pi – Installation und erste Schritte

  1. Ineressanter Artikel Bjoern,

    nachdem die gehostete Seite auf dem Banana Pi flüssig und stabil bei Dir läuft und per DynDNS angebunden ist, werde ich mir vielleicht auch einen bestellen.
    Vorerst habe ich mir einen Raspberry Pi 2 geordert, der nächste Woche eintreffen sollte. Dieser ersetzt mein OpenELEC auf dem „alten“ Pi. Vielleicht lasse ich den dann als Webserver (wie in Deiner Konstellation)
    laufen. Du hast mir mal dankenswerter Weise Deinen Link in meinem Blog veröffentlicht. Es ist etliche Zeit vergangen, aber ich will das Thema wieder aufgreifen. Baikal auf Pi mit Apache2. Viellicht hast Lust einem Neulng in Sachen Linux ein wenig unter die Arme zu greifen.

    Grüße Markus

  2. Moin Bjoern,

    man kann doch auch einfach seinem Router sagen, er soll dem PI eine statische IP geben, da man eh auf dem Router ist um die IP herraus zu finden, ist das ein Aufwasch.

    Grüße Benny

  3. Hab eine Frage. Hab einen banana pi r1. Angeregt von den tollen Meinungen, wie toll man ihn als Router benutzen kann, habe ich openwrt installiert. Leider ist das Wlan im Vergleich zu meinen alten Router an selber Stelle sehr schwach. Man kann nur bis 100mW das Ding nutzen, während auf vielen anderen Routern locker die Leistung erhöhen kann. RX ist eine Katastrophe! Habe jetzt bananian-1508.img drauf geklopft. Dank dieser Seite konnte ich schon einiges einstellen. Wie bringe ich eine sogenannten Client Modus zu Stande. Ich will dass die Wlan Schnittstelle ein Signal aufnimmt. Unter open wrt nennt man es wwan Schnittstelle. Entweder ein WPA2 preshared oder ein 802.1x. und die 4 Ports sollen in einem eigenen LAN Netzwerk sein. Mit oder ohne DHCP ist mir egal. Vielleicht kann mir jemand weiter helfen.

  4. Deine Einführung war genau das, was ich gesucht habe und hat mir reichlich nerviges Fehlersuchen erspart, vielen Dank!

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